Verein lädt ein: Brückenbau hautnah erleben. Vor 115 Jahren wurde die Zwettler Eisenbahnbrücke gebaut. Alte Aufnahmen gewähren jetzt einen Einblick in die Arbeiten.

Von Markus Füxl. Erstellt am 27. Juni 2020 (05:55)
Damals und heute: Karl Wasinger zeigt am Zwettler Bahnhof eine Aufnahme vom Bau der Eisenbahnbrücke 1905.
Markus Füxl

Es war ein mühsames Unterfangen: Vor 115 Jahren schlichteten hunderte Arbeiter Steine, verschraubten Holzstämme und legten Schienen – zwei Jahre später war die Zwettler Eisenbahnbrücke fertig. Eine Sonderausstellung lädt jetzt am 27. Juni ab 14 Uhr zur Sonderausstellung ein.

„Das war unvorstellbar. Stahlplatten wurden aufwändig zusammengenietet, auf dem heutigen Bahnhof gab es eine eigene Schmiede dafür“, erklärt Karl Wasinger, Obmann des Museums-Lokalbahnvereins. Ebenso spektakulär ging der Tausch der Tragelemente 1998/99 über die Bühne. Dabei wurden 45 Meter lange Elemente über die alten Teile gelegt, die mittels Hydraulik stückchenweise hochgestemmt wurden, bevor der Austausch erfolgte. Dieses System wurde im Bahnwesen erstmals angewandt, erklärt Wasinger. Warum die Teile getauscht werden mussten? „Die Brücke war für eine Achsenlast von 18 Tonnen zugelassen. Die Strecke wurde auf über 22 ertüchtigt, die Brücke war also eine Schwachstelle“, sagt der Obmann. Die Legende besagt, dass einige Lokführer beim Drüberfahren meinten: „Die Brücke wackelt.“

Coronavirus: Verein muss jetzt kämpfen

Mühsam waren auch für den Verein die letzten Wochen, bedingt durch den Ausfall der Sonderfahrten. „Die Osterfahrten waren vor Corona bereits zur Hälfte verkauft. Ein Waggon braucht neue Achsen, die 12.000 Euro kosten. Da fehlen uns jetzt natürlich die Einnahmen“, sagt Wasinger. Gerade auch weil der Verein nicht in den Bereich „Kunst“ oder „Kultur“ falle, gehe man bei Förderungen leer aus.

Einige Sonderfahrten stehen für den Herbst auf dem Programm. Erstmals findet am 26. Juni ein „Laterna Magica“ statt: Dabei werden Bilder mit Licht an die Waggon-Wände geworfen. Außerdem plant der Verein, ein Museumscafé für die Besucher einzurichten.