Verurteilung für Lenker nach schwerem Unfall. Wendemanöver mit Lkw in Zwettl endete mit schwerem Unfall, Verhandlung mit Geldstrafe.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Juni 2021 (03:27)
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Das Wendemanöver im Oktober des Vorjahres ging schief, jetzt stand der Lenker vor Gericht.
Freiwillige Feuerwehr Zwettl-Stadt, Freiwillige Feuerwehr Zwettl-Stadt

Er sei am 22. Oktober vergangenen Jahres von Krems kommend in Richtung Groß Gerungs mit seinem Sattelzug samt Anhänger unterwegs gewesen. Bei der Umfahrung Zwettl habe er die Abfahrt verpasst: „Ich wollte dann umdrehen“, gab der 56-jährige Lkw-Lenker aus Kroatien vor Gericht zu.

Ein Wendemanöver obwohl im Gegenverkehrsbereich bereits Autofahrer nahten, trotz doppelter Sperrlinie, bei herrschender Dunkelheit und Nebel, merkte Anklägerin Kristen Sterlini harsch an, und sie zeigte die Gefährlichkeit des Manövers auf. Als der Laster dann in einer unbefestigten Straßensenke mit der Fahrzeugfront der Zugmaschine aufsaß und zwei Fahrbahnen verstellte, nahm das Unglück seinen Lauf: Eine Waldviertler Autolenkerin (56) konnte trotz einer Vollbremsung eine Kollision nicht mehr verhindern. Schwer verletzt wurde das Unfallopfer aus dem Auto geborgen. Noch heute leidet die Waldviertlerin an den erlittenen Wirbelverletzungen und muss Dauerfolgen befürchten.

Mitschuld des Opfers argumentiert. Der Kroate gab den groben Fahrfehler zwar zu, sah aber eine Mitschuld des Opfers. Er sei ja ausgestiegen und habe zwei herannahende Fahrer abgewunken. Sie sei aber weitergefahren, erklärte er. Diese Version war neu, und das Opfer erklärte: „Es war niemand da, und es hat auch keiner gewunken. Vor mir fuhren keine anderen Fahrzeuge.“ Der Angeklagte ziele auf eine Mitschuld der Verletzten ab, um die Schadensersatzkosten bei einem Zivilverfahren klein zu halten, kommentierte der Opferanwalt harsch. Die Beweislage sprach gegen die Version des Lkw-Fahrers und er wurde wegen grob fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und einer unbedingten Geldstrafe von 480 Euro verurteilt (nicht rechtskräftig). Dem Opfer muss der Kroate einen Teilbetrag von 2.400 Euro zahlen.