Viel passiert, aber noch viel zu tun. Der Stadtspaziergang durch die City unter dem Motto „Schau ge(h)nau“ fand sehr großes Interesse bei Bürgern.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 14. November 2018 (04:00)
Stadtgemeinde Zwettl
Vizebürgermeister Johannes Prinz, Referent Johann Stixenberger, Elisabeth Wachter (NÖ.Region.GmbH), die die Stadterneuerung in Zwettl betreut, und Bürgermeister Franz Mold vor dem Rundgang

Enormes Interesse gab es an der Veranstaltung „Schau ge(h)nau in Zwettl!“, zu der im Rahmen der Zentrumsentwicklung am 7. November zum Thema „Erfolgsfaktoren für eine gelungene Innenstadtentwicklung“ eingeladen wurde. Nach einer kurzen Bilanz von Vizebürgermeister Johannes Prinz und einem Statement von Johann Stixenberger, Innenstadtkoordinator von Waidhofen/Ybbs, im voll besetzen sparkasse.event.raum begaben sich die zahlreichen Teilnehmer im Rahmen eines Stadtspaziergangs auf „Spurensuche“.

Im Zuge der Zentrumsentwicklung sei in den letzten Jahren viel geschehen, betonte Vize Prinz einleitend. So habe man alle Leerstände erhoben (an die 40 in den verschiedenen Branchen) und in einer Datenbank zusammengefasst. Etliche davon seien auch wieder gefüllt worden, als Beispiele führte Prinz die Firmen Hansaton, Palmers, Belle Equip u.a. an. „Wir haben auch 120 expansionswillige Unternehmen, die im Branchen-Mix von Zwettl noch fehlen, angeschrieben“, erzählte Prinz. Der Rücklauf war mit nur drei Antworten allerdings sehr schlecht.

Im Rahmen der Fassadenförderaktion wurden bereits 25 Anträge gestellt, und ein Investitionsförderprogramm wurde eingeführt, das gerade für Innenstadt-Betriebe die höchste Förderung vorsieht. Im kommenden Jahr soll überdies ein Start up-Wettbewerb anlaufen, bei dem Preise im Wert von rund 25.000 Euro für jedes zusätzlich eröffnete Geschäft winken. „Es sind oft nur die Kleinigkeiten, die gut angenommen werden, wie etwa das Spielgerät beim Hundertwasserbrunnen am Hauptplatz“, so der Vizebürgermeister. „Ganz wichtig ist die Bewusstseinsbildung“ – bei Hausbesitzern, Gemeinde, Bürgern, Kunden und Gästen gleichermaßen.

„Stadtentwicklung muss jeden Tag passieren!“

Johann Stixenberger ist in Waidhofen/Ybbs, das eine ähnliche Struktur und ähnliche Herausforderungen wie Zwettl hat, unserer Stadt aber um Jahre voraus ist, für das Stadtmarketing verantwortlich und konnte auf zahlreiche Erfolge verweisen. Zwettl konstatierte er in Sachen Zentrumsentwicklung „großes Bemühen“, es müsse sich aber ständig jemand darum kümmern, „nur immer wieder darauf hinweisen ist zu wenig“.

Stadtentwicklung sei ein „dauerhafter, permanenter Prozess, der jeden Tag passieren muss, und der nur funktionieren kann, wenn Politik, Gemeinde, Hausbesitzer, Wirtschaftstreibende und Stadtmarketingvereine in eine Richtung marschieren“, so Stixenberger. Stadtentwicklung sei aber mehr als nur in Fassaden zu investieren, Förderungen seien oft ein Anreiz, etwas schneller zu tun, aber sie seien auch „oft nur die Karotte, die man hinhält“.

Ein ganz wesentlicher Frequenzmotor sei neben den Geschäften auch das Wohnen in der Stadt, „aber nur betreutes Wohnen ist zu wenig, man muss junges, kreatives Wohnen herbringen“, meinte der Fachmann. Aufhorchen ließ seine Feststellung, dass man in Waidhofen immer klar eine Zentrumszone festgelegt und sich gegen Einkaufszentren ausgesprochen habe. „Unser EKZ ist die Innenstadt“, so das Waidhofner Motto.

Man habe vor, so versprach Vizebürgermeister Prinz zur Freude des Publikums, „alles gemeinsam zu machen, das ist das Credo unseres neuen Bürgermeister!“ Anschließend machte sich der Zug der Teilnehmer auf den Weg durch die Innenstadt.

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