Waldviertler Millenniumsbaby ist jetzt erwachsen. Vor 21 Jahren kam Raphael Zeiler aus Vitis am 1. Jänner auf die Welt. Die NÖN hat ihn und Mutter Helene besucht und über die Zeit seither geplaudert.

Von Angelika Koll. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:00)
21 Jahre später: Die NÖN besuchte Raphael und Helene Zeiler heute.
Archiv, Angelika Koll

Eine Stunde und vierzig Minuten nach Mitternacht erblickte Raphael Zeiler aus Vitis am 1. Jänner 2000 im Zwettler Krankenhaus das Licht der Welt und wurde damit das Waldviertler Millenniumsbaby.

Oft werde der heute Erwachsene darauf angesprochen: „Jedes Mal, wenn das Datum aufscheint.“ Zudem sei die Familie ganz aus dem Häuschen gewesen über das besondere Geburtsdatum. Er selbst findet daran toll, dass sein Alter immer an der Jahreszahl abzulesen ist. Raphael ist der dritte Sohn von Helene Zeiler. Um neun Uhr am Abend kam er damals ins Krankenhaus Zwettl. Die Ärzte hätten Raphael zwar bis Mitternacht auf die Welt holen wollen, die Mutter wollte die Geburt aber ganz natürlich geschehen lassen. Schließlich machte Raphael im Waldviertel dennoch das Rennen um das Neujahrsbaby, mit 3,80 Kilo und einer Größe von 53 Zentimeter. Dabei wäre der Geburtstermin eigentlich erst vier Tage später geplant gewesen. „Die Betreuung in Zwettl war super“, erinnert sich die Mutter noch. Für das besondere Geburtsdatum gab es von der Gemeinde eine Urkunde und Ehrung. Außerdem wurde ein Kinderwagen gewonnen.

Foto von damals: Helene Zeiler brachte mit Raphael 2000 das Waldviertler „Millenniums-Baby“ zur Welt.
Archiv, Angelika Koll

Neun Jahre später erhielt Raphael auch noch einen dritten, jüngeren Bruder. Langweilig war es da nie. Nach der Volksschule in Vitis besuchte Raphael das Waidhofner Gymnasium und schließlich die IT-HTL in Zwettl. „Er war ein kluger Schüler“, ist Mutter Helene stolz. Einmal wurde Raphael niederösterreichweit Fünfter bei einem Mathematik-Bewerb. Auch sonst war er immer sehr aktiv, sei es als Ministrant oder beim Laufcup. Er lernte Flügelhorn und Tenorhorn und schloss das Musikerabzeichen in Bronze und Silber ab. Zudem ist er Fußballspieler in Vitis. Mittlerweile arbeitet der 21-Jährige als Softwareentwickler in Krems. „Gleich nach dem Bundesheer konnte ich dort anfangen“, erzählt er.

Uroma kam am 1. Jänner 1900 auf die Welt

Das einzige Neujahrskind der Familie ist Raphael aber nicht. Helenes Urgroßmutter Ernestine Schmutz wurde 1900 auch am Neujahrstag geboren. „Wir sind immer am 1. Jänner zu ihr gefahren, um zum Geburtstag zu gratulieren“, erinnert sich Helene. Ihre Urgroßmutter lebte alleine in einer kleinen Stube in Wultschau bei Weitra, nachdem ihr Mann früh gestorben war. „Das war eine andere Zeit“, erwähnt Helene und erzählt von aufgebackenen Semmeln und Milch am Neujahrstag. Im Bekanntenkreis gäbe es zudem noch weitere Neujahrskinder.

Gefeiert wird bei Raphael Silvester und Geburtstag meist in einem. „Da wird zuerst auf das neue Jahr angestoßen, dann kommen die Gratulationen“, erzählt er. Zum 20er im letzten Jahr gab es eine große Party, heuer fiel es natürlich etwas kleiner aus. „Wir haben einen Pokerabend mit meinem kleinen und dem großen Bruder abgehalten“, sagt Raphael.