Landesstrategie NÖ 2030: Wovon werden wir morgen leben?

Erstellt am 15. Juli 2022 | 04:30
Lesezeit: 4 Min
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Bei der Regionalpräsentation der Strategie Niederösterreich 2030: Landtagsabgeordneter Josef Edlinger, Christine Schneider (Geschäftsführerin NÖ Regional), Stefan Graf, Franz Tiefenbacher, Landtagsabgeordnete Silvia Moser, Peter Filzmaier, Landtagsabgeordneter Josef Wiesinger und Josef Strummer (NÖ Regional Waldviertel, v. l.).
Foto: Dieter Holzer
Zukunftsdiskussion bei Waldland: Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung der Region wurden diskutiert und erarbeitet.
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Gesundheit, Arbeitsplätze, Umwelt, Sicherheit und Pflege sind für die Bevölkerung des Bezirkes und des Waldviertels die wichtigsten Themen, wie der bekannte Politikwissenschaftler Peter Filzmaier kürzlich bei der Regionalveranstaltung in Waldland (Oberwaltenreith) bekannt gab. „Wovon leben wir morgen?“ war die Frage, mit der sich der Moderator, ORF NÖ-Chefredakteur Benedikt Fuchs, im Gespräch mit Stefan Graf, Geschäftsführer von Leyrer + Graf, beschäftigte. Ziel der Veranstaltung war es, die Teilnehmer aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Landwirtschaft, Politik, Forschung und Bildung über die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung der Landesstrategie Niederösterreich 2030 zu informieren.

Franz Tiefenbacher, der Geschäftsführer von Waldland, nutzte seine Begrüßung nicht nur, um seinen Betrieb vorzustellen, sondern auch, um die zentrale Frage der Veranstaltung aus seiner Sicht zu beantworten: „Vor 40 Jahren bei der Gründung der Genossenschaft war das eine schwierige Frage. Heute sind eintausend Bauern Mitglieder und Besitzer, und es arbeiten zweihundert Mitarbeiter in vielfältiger Weise an der Veredelung regionaler Rohstoffe zu Lebensmitteln und für die Pharmazie“, meinte Tiefenbacher. „Wir bieten auch morgen hochwertige Produkte und attraktive Arbeitsplätze“.

Hohe Beteiligung an Umfrage des Landes

Bei der Erstellung der Landesstrategie Niederösterreich 2030 wurden durch die Haushaltsbefragung, eine repräsentative Studie und die Schülerbefragung umfangreiche Daten erhoben. „Das ist die größte Bürgerbeteiligung, die es jemals in Niederösterreich gegeben hat“, meinte Filzmaier.

90 Prozent der Befragten sehen das Land als einen sehr guten oder guten Ort zum Leben, zum Aufwachsen der Kinder oder zum Altwerden. Die Menschen in der Region haben ein sehr hohes Heimatgefühl. Der Blick in die Zukunft wird, wenn es die eigene Gemeinde, die Region oder Niederösterreich betrifft, überwiegend positiv gesehen. Denkt man an Österreich, Europa und die Welt, sinken die Zustimmungsraten rapide ab.

Bei der repräsentativen Studie wurde ebenfalls eine hohe Zufriedenheit festgestellt, besonders bei der Berufszufriedenheit. Die Berufschancen für Kinder und Enkelkinder werden als eher schwierig bezeichnet. Als verbesserungswürdig werden der öffentliche Nahverkehr und die Verkehrsverbindungen gesehen.

Die meisten der befragten Schüler stellen fest, dass ihre Anliegen ernst genommen, aber nicht immer verstanden werden. Herausforderungen sehen die jungen Leute im Bereich von Umwelt und Klima, bei Arbeitsplätzen und beim Thema leistbares Wohnen. 50 Prozent wünschen sich, dass ihr Arbeitsort auch gleich ihr Wohnort ist.

Bindung von Arbeitskräften an den Betrieb

Stefan Graf bezeichnete das Waldviertel beim Arbeiten, Wohnen und Leben als unglaublich attraktiv und ausbaufähig. „Wir müssen die Kräfte in der Region bündeln, eine nachhaltige Strategie planen und beschließen, um diese dann mit den festgelegten Zielen und Maßnahmen langfristig umzusetzen“.

Die Bindung von Fachkräften an den jeweiligen Betrieb ist seiner Meinung nach vor allem eine emotionale Frage. Eine gute Ausbildung, wie sie Leyrer + Graf in der Lehre anbietet, sowie weitere Qualifikationen, Aufstiegsmöglichkeiten und eine entsprechende Wertschätzung spielen dabei eine Rolle.

Bei der Erarbeitung der Landesstrategie 2030 werden neben den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung, die im Waldland vorgestellt wurden, auch die Erkenntnisse aus den fünf Zukunftsdiskussionen mit regionalen, nationalen und internationalen Persönlichkeiten und die Beiträge der Wissenschaft wichtige Einflussgrößen sein. Im Herbst dieses Jahres werden die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung der Zukunft in Niederösterreich vorgestellt.

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