Zu wenig Anmeldungen: Fachschule vor dem Aus

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:02
Lesezeit: 3 Min
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Direktor Gerhard Schenk mit den Schülerinnen Leonie Tüchler (l.) und Viktoria Binder.
Foto: Franz Pfeffer
Die dreijährige Fachschule der Franziskanerinnen in Zwettl wird im Herbst auslaufen, weil sich zu wenige Jugendliche dafür anmelden.
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Ab dem kommenden Schuljahr wird die dreijährige Fachschule der Franziskanerinnen auslaufen, es werden keine neuen Schüler mehr in diesem Schulzweig aufgenommen. Alle anderen Schultypen bleiben erhalten, auch die private Volks- und Mittelschule in Zwettl.

„In Summe gibt es für die Fachschule, an der man den Abschluss als Restaurantfachkraft und Bürokaufmann machen kann, zu wenige Anmeldungen. Deshalb hat sich unser Trägerverein der Franziskanerinnen Amstetten dazu entschlossen, diesen Schulzweig auslaufen zu lassen“, erklärt Direktor Gerhard Schenk gegenüber der NÖN.

Diese Fachschule besuchen derzeit 32 Schüler, zwölf davon werden im heurigen Schuljahr ihren Abschluss machen. „Für die 20 weiteren Schüler ist gewährleistet, dass sie die Fachschule abschließen können, wenn sie das wollen“, meint der Direktor, der darauf verweist, dass nicht die Schulschwestern die Fachschule schließen wollen, sondern das mangelnde Interesse an den Jugendlichen dazu geführt hat.

Direktor Schenk ist traurig über diese Entscheidung. Von den 354 derzeitigen Schülern werden nur 20 Fachschüler betroffen sein. „Die Fachschule ist ja ein Bindeglied zwischen Lehrstelle und Schule mit Maturaabschluss. Viele der Absolventen unserer Fachschule absolvierten danach einen Aufbaulehrgang, wie zum Beispiel jenen in Gmünd, oder machten eine Berufsreifeprüfung.“ Ob es eine Alternative zum auslaufenden Schultypen geben werde, sei derzeit noch offen. „Aktuell sind keine Alternativen geplant, aber es gibt durchaus Überlegungen, das Angebot auszuweiten“, sagt Schenk.

Andere Schulen sind nicht betroffen

Weitergeführt werden die fünfjährige Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, die Bildungsanstalt für Sozialpädagogik sowie das Kolleg für Elementarpädagogik. Auch das Schülerwohnheim, das seit einem Jahr das Internat abgelöst hat, bleibt bestehen.

Nicht geschlossen werden die private Volksschule und die private Mittelschule, die ebenfalls von den Franziskanerinnen geführt werden. „Wir haben auch von den Gerüchten gehört, dass unsere Schule geschlossen werden soll. Das stimmt aber nicht. Wir werden weiterhin die vierklassige Volksschule weiterführen und im Herbst auch neue Schüler aufnehmen“, betont Direktorin Helga Goldnagl. Derzeit besuchen 64 Kinder diese Schule, im Februar findet die Schuleinschreibung für 2022/23 statt.

Anmeldungen fürs kommende Schuljahr sind auch für die private Mittelschule (derzeit 150 Kinder) möglich. „Es gibt ja keine Änderungen, unsere Schule bleibt bestehen“, betont Direktor Gerhard Uitz.

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