Zwettler Grüne fordern Bäume für Begegnungszone. Obfrau Silvia Moser kritisiert Lösung mit "Kistenbäumen" und will Begrünung für künftige Begegnungszone. ÖVP-Bürgermeister Franz Mold verweist auf schwierige Pflege und geplanten Grünstreifen. Auch Disput um Ankauf von CO2-Messgeräte für Kindergärten und Schulen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 06. Mai 2021 (19:26)
Grünflächen nicht eingeplant? Zwettler Grüne fordern Bäume für die geplante Begegnungszone in der Innenstadt.
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Keine Freude mit der Konzeption der Begegnungszone in der Innenstadt, die NÖN hat mehrfach vom Projekt berichtet, haben die Grünen: Ihnen fehlt die Begrünung, sie forderten in einer Pressekonferenz mehr Bäume in der Unteren Landstraße.
„Es ist alles planiert, offensichtlich kommt dort nichts Grünes hin. Wenn ich eine Begegnungszone mache, ist das ein No Go. Ich bin sehr, sehr frustriert“, sagt Grüne-Obfrau Silvia Moser. Sie fordert Bäume und mehr Grünflächen in der geplanten Begegnungszone: „Sie soll ja zum Verweilen und Flanieren einladen. Es braucht eine natürlich Beschattung.“

Die Lösung, vermehrt „Kistenbäume“, wie etwa bei der Dreifaltigkeitssäule aufzustellen „ist für mich eine schreckliche Vorstellung“, sagt Moser, die diese Variante nur als zusätzliche Begrünung zu natürlichen Bäumen im Boden begrüßt.
Gerade in Zeiten, in der viele Städte Initiativen zur Begrünung setzen, die eine Überhitzung verhindern sollen, passiere in Zwettl „genau das Gegenteil“, kritisiert auch Bezirkssprecher der Grünen, Andreas Piringer.

Mold verspricht Grünstreifen, Bäume und Trinkbrunnen

ÖVP-Bürgermeister Franz Mold verteidigt auf die Kritik angesprochen die Kistenbäume: „Viele Städte arbeiten mit diesen Trögen, das haben wir nicht erfunden.“ Er verspricht, dass Grünflächen und Bäume mitgeplant sind. So soll eine Grünfläche in der Unteren Landstraße neben dem Sonnentor-Geschäft angelegt werden. Vor der Bäckerei Hausleitner soll der Behindertenparkplatz um einen Platz nach oben verlegt werden, um Platz für ein bis zwei Bäume zu schaffen. In diesem Bereich ist auch eine Ladestation für e-Bikes sowie ein neuer Trinkbrunnen geplant.

„Ich möchte betonen, dass der Platz für die Fußgänger in der Begegnungszone größer wird. Eine grüne Partei muss dort natürlich zu wenig Grün sehen. Wir werden, was das betrifft, nie einer Meinung sein. Ich habe nichts gegen Bäume, man muss sie aber auch durchbringen können“, spricht Mold Probleme für die Bäume mit Salzstreuung in der Vergangenheit an. Auch, dass die Begegnungszone niveaugleich angepasst wird, hat in diesem Zusammenhang Nachteile: „Wenn ich zwischen den Parkflächen Bäume pflanze, fahren eventuell Autos ins Grün.“

Absage für Forderung nach CO₂-Messgeräten

Eine weitere Forderung der Grünen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung mehrheitlich abgelehnt: Der Ankauf von etwa 30 Stück CO2-Messgeräte für Schulen und Kindergärten: „Das wäre eine interessante Sache, um das Lüftungsverhalten zu überprüfen und bei Bedarf zu verändern“, erklärte Grüne-Stadtrat Ewald Gärber bei der Pressekonferenz. Das Gerät könnte sichtbar machen, wie die Luftqualität ist und wann Lüften nötig wäre – gerade in Coronazeiten ein sinnvolles Gerät, finden die Grünen. Der Kostenpunkt pro Gerät würde zwischen 110 und 200 Euro betragen.

Franz Mold hält von der Idee wenig, erklärt er auf NÖN-Nachfrage: „Wir haben im Vorfeld mit dem Bildungsmanager darüber gesprochen. Auch er hat es für nicht sinnvoll erachtet.“ Einen ähnlichen Antrag brachte heute die FPÖ in einem Ausschuss des Landtags ein – auch dort dürfte die Idee eine Abfuhr erhalten: „Aus heutiger Sicht wird das Land und auch die Gemeinde Zwettl diesen Vorschlag nicht umsetzen“, sagt Mold.