Zwettler Handelsschule auf der Datenautobahn. Seit Schulbeginn surfen die Schüler der Handelsakademie Zwettl waldviertelweit am schnellsten: WVNET errichtete Anbindung mit 500 Mbit pro Sekunde und knackte damit firmeninternen Rekord.

Von Markus Füxl. Erstellt am 26. September 2020 (16:46)
WVNET-Geschäftsführer Josef Mayerhofer richtete für HAK-Direktor Manfred Schnabl eine 500 Mbit-schnelle Internetleitung an der Schule ein.
Markus Füxl

Einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung nimmt die Zwettler Handelsakademie: In der Schule, inklusive der Zweigstelle der HTL Krems, stellte die Firma WVNET eine neue Breitbandversorgung her. Damit wurde auch ein firmeninterner Rekord geknackt, ist WVNET-Geschäftsführer Josef Mayerhofer stolz: „Die Anbindung ist die stärkste Anbindung in der Firmengeschichte für einen Kunden.“ 500 Mbit pro Sekunde werden über eine Richtfunkstrecke übertragen. Technisch möglich ist auf der neuen Strecke eine Bandbreite bis zu 1000 Mbit pro Sekunde. „Damit haben die HAK und HTL Zwettl auch die stärkste Anbindung aller Bundesschulen im Waldviertel“, erklärt Mayerhofer.

Zahlen, die auch Direktor Manfred Schnabl sichtlich stolz machen: „Das ist eine tolle Lösung. Die Qualität und Kapazität ist gleichgesetzt mit einer Glasfaserverbindung.“ 120 PCs gibt es an der Schule, in das Netzwerk sollen auch alle Schüler mit ihren privaten Handys einsteigen können.

Virtuelles Klassenzimmer in den Startlöchern

Aktuell richtet die Schule einen Medienraum für das Projekt im Rahmen der Waldviertler Wirtschaftsakademie ein: So gibt es in HAK-Standorten im Waldviertel Schwerpunkte (Zwettl: Lebensmittel und Holz) sowie virtuelle Klassenzimmer, die NÖN hat berichtet. Auch sie sollen von der leistungsstarken Anbindung profitieren, sagt Schnabl.

In ein paar Wochen sollen die Schüler der 3. Klassen in diesem Medienraum unterrichtet werden. Zur Verfügung steht dann etwa ein bereits bestehender, 86 Zoll großer Bildschirm, der per Touchscreen bedient wird, sowie eine 360-Grad-Kamera und Tische mit integrierten Bildschirmen. Die Schüler des virtuellen Klassenzimmers können so auch am Unterricht der weiteren HAK-Standorte teilnehmen. „Das ist einmalig, etwas vergleichbares gibt es so nur in Finnland“, sagt der Direktor.

Gerade das Homeschooling hätte in den vergangenen Wochen und Monaten gezeigt, dass es im Waldviertel aber noch Nachholbedarf beim schnellen Internet gibt, erklärt WVNET-Geschäftsführer Josef Mayerhofer. „Das Glasfasernetz gehört im ganzen Waldviertel ausgebaut. Das bringt mehr als eine Waldviertelautobahn.“ Der Waldviertler Internetanbinder sei aktuell in der Coronazeit „gut ausgelastet“, sagt Mayerhofer. Aktuell gewinne man täglich ein bis zwei Kunden dazu. WVNET betreut über 7.000 Kunden mit sämtlichen Internetlseitungen. Das Unternehmen mit Sitz in Edelhof bietet derzeit zehn Mitarbeitern einen Arbeitsplatz im Waldviertel.