Erste Bilanz für Kreuzung positiv. Wachsendes Verkehrskonzept wird mit immer mehr Ideen gefüttert. Grüne sprechen Problemherde an.

Von René Denk. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:30)
Archiv/Denk
Straßenmeister Gilbert Schulmeister und Franz Mold kündigten Ende Mai den „Feldversuch“ der Entfernung der Ampelanlagen an.

„Beim Verkehrskonzept kann es unserer Meinung nach nicht darum gehen, die Parkplätze in Zwettl zu maximieren. Wenn das künftige EKZ zentrumsnahe ist und das Zentrum beleben soll, dann können die Autofahrer genauso in der noch näher gelegenen Parkspirale parken“, betont Gemeinderätin Silvia Moser von den Zwettler Grünen.

So meint sie, dass beim Verkehrskonzept auch die Gestaltung der Plätze des Stadtkerns eine Rolle spielen soll. Beispielsweise soll das erlaubte Halten beim „Hundertwasserzelt“, wie Moser betont, nicht zum erlaubten Parken mutieren dürfen. „Leider halten sich die Menschen nicht wirklich daran und lassen ihr Auto stehen, das ist nicht okay“, sagt die Gemeinderätin. Stadtrat Ewald Gärber bekräftigt: „Bei der letzten Umgestaltung um 1990 lautete die Devise, dass ja kein Parkplatz verloren gehen darf.“ Das Konzept heute müsse im Gegensatz dazu auf Sicherheit ausgelegt sein.

„Der Verkehr wird verlangsamt, er wird aber flüssiger, weil es keine Wartezeiten an der Ampel mehr gibt. Wir begrüßen diese Initiative.“Gemeinderätin Silvia Moser (Grüne) zieht eine erste positve Bilanz der Ampelentferung bei der Postberg-Kreuzung.

Bürgermeister Franz Mold (ÖVP) will „natürlich“, den Hauptplatz in das neue Innenstadt-Verkehrskonzept miteinbinden. Eines müsse jedoch klar sein: „Untersuchungen haben gezeigt, dass die Parkplatzauslastung in der Innenstadt sehr hoch ist. Das Ziel muss somit zumindest sein, nach der Umgestaltung nicht weniger Parkplätze zur Verfügung stellen zu können.“

Moser betont zudem, dass der Begriff Begegnungszone wesentlich weiter gehe, als nur das Höhenniveau von Fahrbahn und Gehsteig anzugleichen: „Die Begegnungszone soll für Menschen einen Raum schaffen, indem sie sich wohlfühlen. Ein Platz, bei dem man gerne stehen bleiben und mit jemandem ins Gespräch kommen kann“, meint sie und führt schattenspendende Bäume oder Schanigärten als Beispiele an. Diese Überlegungen wurden den Stadtverantwortlichen mitgeteilt.

Die Grünen
Gemeinderätin Silvia Moser von den Grünen.

Der Bürgermeister betont dazu im NÖN-Gespräch, dass alle Stadträte zur Besichtigungstour in drei Mühlviertler Städte eingeladen werden, welche eine solche Begegnungszone haben. Es gäbe viele Gestaltungsmöglichkeiten für den Platz, der den Hundertwasserbrunnen beherbergt. Und es sei bisher auch noch nichts fix. Eines ist sich Mold aber sicher: „Die Gestaltung des Hauptplatzes wird noch für viele Diskussionen sorgen.“

Nach anfänglicher Skepsis zur Entfernung der Ampeln bei der Postberg-Landstraßen-Kreuzung betont Moser, dass die neue Kreuzungsregelung positiv sei. „Der Verkehr wird verlangsamt, er wird aber flüssiger, weil es keine Wartezeiten an der Ampel mehr gibt. Wir begrüßen diese Initiative“, sagt die Gemeinderätin. Möchte ein Fußgänger vom Dreifaltigkeitsplatz zur Post hinübergehen, sei es für ihn nicht absolut einsehbar, wenn ein Autofahrer von der unteren Landstraße komme. „Die erste Bilanz fällt auch aus meiner Sicht äußerst positiv aus. Es gab viele positive Rückmeldungen, aber auch eine sehr negative Meldung“, zieht Bürgermeister Franz Mold eine kurze Zwischenbilanz zur Entfernung der Ampeln an dieser Kreuzung.

Probleme in Gerungser und Weitraer Straße?

Weiters betonen die Grünen, dass im Zuge des Verkehrskonzepts auch für weitere gefährliche Kreuzungen bessere Lösungen gefunden werden sollten. Dazu gehört etwa die Ampel in der Gerungser Straße bei der Arbeiterkammer, bei der es keine Seltenheit sei, dass Autofahrer trotz Rot fahren. Mold hat von ampelüberfahrenden Lenkern noch nichts gehört, die Ampel wurde deshalb dort geschaffen, weil direkt danach die Adolf Kirchl-Gasse in die Gerungser Straße mündet. Aber gerade die Gerungser Straße wurde durch die Umfahrung Zwettl stark entlastet.

Die Grünen orten aber auch in der Weitraer Straße, im Areal Sonnleitenstraße-Südhangstraße, wo ein großes Siedlungsgebiet entstanden ist, Probleme. Die Fahrbahn werde oft von Fußgängern gequert und da die Ortstafel sich unweit dieses Bereichs befindet, seien Autofahrer oft zu schnell dran. Dabei würde es viele Kinder geben, die die Weitraer Straße zum Kindergarten Nordweg passieren müssten. Die Grünen fordern dort einen Schutzweg oder zumindest für die Autofahrer Geschwindigkeits-redzierende Maßnahmen, unter anderem könnte man auch eine Verkehrsinsel mit Spurverengung andenken, meinen sie zu dieser Prpoblematik.

Bürgermeister Franz Mold betont, dass man wegen dieses Ptoblems bereits die Behörde eingeschaltet habe, damit überprüft wird, ob man dort einen Schutzweg anlegen kann. „Damals hat die Behörde allerdings aufgrund einer zu geringen Anzahl an Verkehrsteilnehmern gegen den Schutzweg entschieden“, erklärt der Stadtchef, der sich das Problem dort nochmals genauer ansehen will. Die Frage sei außerdem, ob die Weitraer Straße wirklich noch im Verkehrskonzept für die Innenstadt miteinbezogen oder die Situation dort extra gesehen werden sollte.

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